Briefkopf

Journal

der 

Berliner Medizinischen Gesellschaft

Jahrgang 3
 Ausgabe 1 /  2012

Verehrte Leser, das Jahr 2011 der Berliner Medizinischen Gesellschaft stand im  Zeichen der Geschichte der Hämatologie:

Die

Berliner Medizinische Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité


veranstalteten drei Jubiläumsveranstaltungen

100 Jahre pluripotente Stammzelle

großlymphozytäre Blutstammzelle

Die "großlymphozytäre Stammzelle"  mesenchymalen Ursprungs (1912) 

hier in der embryonalen Leber  (Neumann,E.: Neuer Beitrag zur Kenntnis der embryonalen Leber.Archiv f. mikrosk. Anatomie , Bd. 85, 1914)

Erstmals wurde die Blutstammzelle im Knochenmark als "Lymphoide Markzelle" (1868) in Königsberg beschrieben. Von Königsberg und Berlin ausgehend, setzte 1908 mit der Gründung der "Berliner Hämatologischen Gesellschaft" durch Artur Pappenheim ein neue Epoche der Hämatologie mit weltweiter Dimension ein, aus der sich Forschungsfelder zur embryonalen Stammzellforschung, hämatologischen Blutstammzellforschung (u.a. Nabelschnurblut-Stammzellforschung) bis hin zur immunologisch-onkologischen Zelltransplantation entwickelten.


Der 1. Abend fand am 17.6.2011 im Medizinhistorischen Museum statt. Er widmete sich der Geschichte der Blutstammzelle, ausgehend von der Erstbeschreibung 1868 durch Ernst Neumann, Königsberg. Er verfocht von Anfang an den unitarischen Standpunkt, dass alle Blutzellen sich auch postembryonal, sich selbst regenerierend, aus einer pluripotenten aus dem Mesenschym entsprungenen Knochenmarkzelle abstammt. Dem unitarischen Standpunkt schlossen sich Theodor Boveri, 1892 München, Artur Pappenheim, 1896 Berlin, Alexander Maximow, 1909 St. Petersburg ("großer Lypmphozyt") an. Die Bezeichnung "Stammzelle" stammt, unabhängig vom Blut, von Ernst Haeckel, Jena, eine Bezeichnung, die von den Hämatologen übernommen wurde. Die ersten ausführlichen Abhandlungen über die Fähigkeiten der "pluripotenten großlymphozytären Stammzelle" (1912) im Knochenmark mit Empfehlung der Anlage von Kulturen als Beweis für ihre Existenz, stammt wiederum von E. Neumann, Königsberg, dessen frühe unitarische Betrachtungsweise der Stammzellentwicklung die Grundlage für die drei neuen Fachrichtungen einleitete. Die Themen der Vorträge:


Prof. Dr. G. Brittinger, Essen: "Die lymphoide Markzelle" im Knochenmark 1868: Leben und WErk Ernst Neumanns

Prof. H. Neumann, Bochum: Die entdeckung der hämatopoetischen Funktion des Knochenmarks von der Zellmorphologie zur Stammzellkultur

PD Dr. Thomas Benter, Schwedt: Die Hämatologie im Nationalsozialismus mit besonderer Berücksichtigung der Biographien von Hans Hirschfeld und George Rosenow.


Der 2. Abend am 2.11.2011 im Langenbeck-Virchow-Haus war der heutigen "klinischen Nutzung" der Stammzellforschung gewidmet.

Einladung als Faltblatt im pdf-Format

Prof. Dr. Thiel unterrichtete über das "Kuratives Potential der Transplantation genetisch modifizierter nicht infizierbarer Stammzellen bei HIV",

Prof. Dr. Uharek sprach über die "Stammzellen in der autologen Transplantation bei malignen und nicht-malignen Erkrankungen, und

Prof. Dr. Renate Arnold referierte über Stammzellen in der allogenen Transplantation.


Der 3. Abend ist am 15.2.2012 im Langenbeck-Virchow-Haus vorgesehen. Die Veranstaltung lenkt ihr Augenmerk auf ethische Dimensionen im Umgang mit Blutstammzellen.

Prof. Dr. Gerhard Ehninger: Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie wird den Abend mit einem einleitenden Vortrag zumThema eröffnen.


Dr. Dr. Alexander Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor der Deutschen Knochenmarkspenderdatei GmbH, spricht über: "Öffentliches Banking von Nabelschnurblut: Status und Perspektiven", und

Dr. Eberhard Lampeter, Vita 34 wird referieren über: "Nabelschnurblut - Stammzellquelle für die Behandlung maligner und nicht - maligner Erkrankungen".

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