Journal

der 

Berliner Medizinischen Gesellschaft

Jahrgang 1 - Ausgabe 1 /  2010

Graefe-Denkmal

 

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Verehrte Leser,

im Jubiläumsjahr des 150-jährigen Bestehens der Berliner Medizinischen Gesellschaft wird ein Journal auf die Homepage gestellt.  Dieses Journal befasst sich sowohl mit der Aufarbeitung der Geschichte als auch mit der Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft. Alle Beiträge stehen unter dem Motto:

 

 Wissenschaftliche Informationen für Ärzte

 

Die Geschichte der Berliner Medizinischen Gesellschaft finden Sie im Hauptmenü  hinter dem Button "Geschichte" hinterlegt.  Es schien uns zur Erstellung des Journals wichtig, die Vorgeschichte dieses Journals in die erste Ausgabe zu stellen:
                                                                                                      

 

Bibliotheksgeschichte 1860 - 1945

Die Geschichte der Bibliothek ist in einer Chronik zum 75. Jubiläum der Gesellschaft von Oberregierungsrat Geh. Med. Rat Dr. Otto Solbrig, (Solbrig, 1935) gut recherchiert. Ihm ist es zu verdanken, dass er in seiner Jubiläumsschrift die Themen ausgewählter Sitzungen nicht nur aufgezeichnete, sondern auch kommentierte. Solbrig schrieb auch auf, wo die Sitzungsberichte im Verlauf der 75 Jahre veröffentlicht wurden (siehe Anhang: Publikationsorgane).


Die Bibliothek hatte im Verlauf der ersten 25 Jahre einen enormen Aufschwung genommen. 1878 enthielt sie 1182 Disserationen und 71 Badeschriften, außerdem in mehr oder minder vollständigen Jahrgängen 84 deutsche, 21 anglo-amerikanische, 17 französische, 2 russische und 1 norwegische Zeitschrift.1885 sind 3200 Bücher, Monographien und Separatabdrücke verzeichnet, für die ein gedruckter Katalog vorlag. Im Tausch mit Vergabe eigener Verhandlungsberichte erhielt die Bibliothek Sitzungsberichte von 10 deutschen, 1 belgischen, 1 französischen, 1 spanischen und 1 norwegischen Gesellschaft. 1894 wurde eine ältere Bibliotheksordnung von einer neu gegründeten, aus 7 Mitgliedern bestehenden Bibliothekskommission überarbeitet und bis 1897 neu abgefasst (Verh. Bd. 28, S. 26 —28).


Die Sitzungsberichte wurden in den ersten Jahren in der "Deutschen Klinik" und der "Allgemeinen Medizinischen Centralzeitung" veröffentlicht. Von 1865 wurden die "Verhandlungen der Berliner Medizinischen Gesellschaft " (1. Band eigenständig) ab 2. - 52. Band (1921) als selbständige Jahresbände (Separatabdrücke der Berliner Medizinischen Wochenschrift) herausgegeben. Weiterhin sind von 1867 an die "Klinische Wochenschrift" und die "Deutsche Medizinische Wochenschrift" Veröffentlichungsblätter geworden. Die "Verhandlungen" erschienen vom 53. (1922) - 62. (1931) Band in der "Medizinischen Klinik" und vom Band 63 (1932)- 73 (1942 = letzte Ausgabe) nur noch aus Sonderdrucken von Originalvorträgen ohne Geschäftsbericht und Mitgliederverzeichnis, abgedruckt in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“.

Der erste Bibliothekar von 1860 bis 1863 war Hermann Ludovic Epenstein. Ihm folgte Moritz Meier bis 1864, der Historiker August Hirsch bis 1870 und Friedrich Falk ( ? -1893) bis 1893. Unter dessen Nachfolger, A. Ewald, erreichte die Bibliothek eine bedeutende Erweiterung, u.a. durch die Schenkungen aus Nachlässen von Rudolf Virchow und Leopold Lassar (1849 - 1908) (Verh.-Band 47 /8, 5. 355 Sitzung vom 9.2.1910). 1909 befanden sich, inkl. Zeitschriftenjahrgängen, Dissertationen, Abhandlungen und Separatabdrucken 25.227 Nummern im Verzeichnis, wozu noch die Virchow-Bibliothek mit 12.689 und die Lassar-Bibliothek mit 1793 Nummern hinzukamen. Somit belief sich der Bestand 1909 auf 39.709 Nummern.

Wenn man (Berichtsjahr 1913) die etwa 20.000 Bücher und Zeitschriften der ebenfalls in die Bibliothek integrierten Bestände des Vereins für Innere Medizin und Kinderheilkunde, des Vereins für Psychiatrie und Nervenheilkunde, der Gesellschaft für Urologie und die nicht nur Berlin umfassende Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege hinzurechnet, so lag die Zahl des Buchbestandes, einschließlich der Auslagen von 336 Zeitschriften im Lesesaal, 1913 bei um 60.000 katalogisierten Nummern. Zählt man noch die über 38.000 Nummern der "Deutschen Gesellschaft für Chirurgie" (gegr. 1872), mit der das alte gegenseitige Gastrecht beibehalten wurde, hinzu, so stand im Jahre 1913 den Mitgliedern der Gesellschaft eine Bibliothek von über 100.000 Bänden zur Verfügung" (Solbrig 1935). In einer Auflistung für 1913 ist der Bestand auf 106.559 Nummern beziffert (Letzter Abschnitt S. 68).

Der Bestand wuchs im Langenbeck-Virchow-Haus, infolge von Geldspenden und direkten Geschenken, beständig. 1931 wurde ein Katalog erstellt. Hieraus zitiert O. Solbrig: "Im letzten Berichtsjahr des Katalogs sind 1930 allein für die Bibliothek der BerlMedGes 30.026 Einzelbücher und Zeitschriftenbände registriert."


1944 wurde die Bibliothek nach Schloss Boitzenburg in Brandenburg ausgelagert und nach unbestätigten Zeugenberichten von dort mit russischen Militärlastwagen mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Die BerlMedGes sieht es als eine Verpflichtung gegenüber der Wissenschaft an, nicht nachzulassen, den Verbleib der Bibliothek aufzuspüren, um mit Hilfe moderner Kommunikationsverfahren eine Zugänglichkeit zu erlangen.


Von der Auslagerung nicht betroffen waren die Bestände des Lesesaals im Langenbeck-Virchow-Haus. Die umfangreichen Zeitschriftenbestände von 1860 bis 1945 gelangten in den 50-er Jahren nach Westberlin zum neuen Sitz der BerlMedGes. Da das Langenbeck-Virchow-Haus in Ostberlin lag und zunächst, von den Sowjetbehörden und später als Volkskammer der DDR genutzt, nicht zugänglich war, wurden Teile des verbliebenen Bibliotheksbestandes am 18.12.1953 an die "Bibliothek des Landesgesundheitsamtes" Invalidenstraße 52 und ein weiterer Teil am 22.03.1965 an die Senatsbibliothek "zur Aufbewahrung" gegeben. Der Verbleib dieser genau aufgezeichneten Bestände ist Gegenstand von Nachforschungen unserer gegenwärtigen Bibiothekarin, Frau Dr. H. Conrad.


Literatur:

Solbrig, O.: Die Geschichte der Berliner Medizinischen Gesellschaft. Die Bibliothek: Abschnitt 1910 – 1935, S. 10-11 und 67-68 . Bisher unveröffentlichte Schrift (Schreibmaschine) Ort: Büro der BerlMedGes im Langenbeck-Virchow-Haus.


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